Speere
Speere einer bestimmten
Gewichtsklasse sind zwar etwa gleich schwer, aber sie unterscheiden sich u.a. hinsichtlich des Schwerpunkts, der
Steifigkeit, der Oberflächenstruktur, der Länge, der Form der Spitze und auch der Härte und Dicke
der Kordelwicklung.
Mit der Wahl des individuell optimalen Speers versucht man Einflussfaktoren wie Wind, Leistungsvermögen oder
Wurfstil, aber auch individuellem Wurfkomfort bestmöglich Rechnung zu tragen und so einige Centimeter oder
sogar Meter zusätzlich herauszuholen. Vor der Anschaffung eines Speers soll man ihn also testen. Zum Beispiel
bei mehreren Klubs oder Kollegen verschiedene Modelle ausleihen und dann ein Test-Werfen machen.
Faktor Wind:
je nachdem ob man Rückenwind oder Frontalwind hat, haben sich gewisse Speere als günstiger oder nachteiliger
erwiesen. Wissenschaftlich scheint es übrigens erwiesen, dass gerade von hinten pfeiffender Rückenwind
punkto Windunterstützung am meisten Weitenunterstützung bringt (vgl. auch Studie von Les Hatton)
Faktor Leistungsvermögen:
Rein aus der Erfahrung heraus würde ich behaupten, dass bei 600g-Speeren ab etwa 35m eine relevante Differenz
feststellbar ist. Und dann je weiter, je markanter. Bei 400g-Speeren zeigt sich ein Unterschied meiner Meinung
nach eher jenseits der 40m.
Faktor Wurfstil:
Verschiedene Werfer - verschiedene Speere. Individualisiert ist ein Speer dann, wenn gewisse Eigenschaften des
Speers beispielsweise technische Schwächen des Werfers im Abwurf etwas auskorrigieren oder gerade auf einen
bestimmten Wurfstil besonders zugeschnitten ist.
Faktor Zweck:
Für Trainings eher weichere Speere wählen, da diese den Ellbogen etwas weniger belasten. Für den
Wettkampf aber steife Geräte, welche durch weniger Vibrationen die Flugbahn weniger beeinflussen
Erfahrungen aus unseren Tests mit 600g - Geräten:
Grundsätzlich sollte er "schön" fliegen, d.h. WEIT, RUHIG (möglichst wenig
vibrieren) und in einer harmonischen Flugbahn
Manche Speere korrigieren sogenannte
"Schlenzwürfe" (Ellbogen untendurch ziehen) aus, u.a. Apollo Olympic Gold
Technisch saubere Werferinnen
können häufig mit Nordic Diana-Modellen oder dem Nemeth Classic Alu weit werfen
Normale Werferinnen erzielten
in unseren Tests mit Nemeth School oder Apollo-Aeroflo robuste Weiten
Kosten-Nutzen-Favorit Trainingsspeere: Eindeutiger
Sieger = GETRA-Wettkampfspeer
(110 Franken). Ferner der Nordic Viking.
Karbon-Speere: Dies sind aber
die steifsten Speere, die am wenigsten Vibration erzeugen. Ausserdem sind diese meist sehr teuer. Ich kenne persönlich
niemanden, der damit gefühlsmässig am liebsten wirft. Es ist ein völlig anderes Wurfgefühl!
Karbon-Metall-Legierungs-Speere:
gibt es seit 2010, z.B. den Nordic Carbon Olympica. Ist etwas weicher als ein reiner Carbon-Speer, aber dennoch
sehr steif. Aber gut getroffen ist dies ein Speer mit hohem Potenzial.
400g-Speere: ab 40m ist für
mich der Nordic Rocket eindeutig der beste Wettkampfspeer - aber wer wirft in der Schweiz so weit?
Links zu Hersteller-Websites:
- Link
Website Nordic
- Link
Website Nemèth |
Schuhe
Wie bei allen Schuhen eine Frage des individuellen Komforts.
Sicher muss man fürs Speerwerfen einen Schuh mit Spikes im Fersenbereich haben. Derzeit sind mir Modelle der
Marken Adidas und Nike bekannt.
Gehen auch Hochsprungschuhe statt Speerschuhe?
Nebst Speerschuhen können allenfalls auch gewisse Hochsprungschuhe dem Zweck dienlich sein. Von den neueren
Modellen eignen sich dazu aber nur diejenigen von Adidas, da die Nike-Hochsprungschuhe neuerdings eine leicht abgerundete
Sohle haben, was für uns Speerwerfer total ungeeignet ist. Mein deutscher Kollege Reinhold nahm diese "Mode"
aus der Schweiz mit vornehmer Zurückhaltung als Neuigkeit wahr...
Vorteile: Insbesondere
bei jüngeren, auch Mehrkampf trainierenden Athletinnen hat man mit diesen Schuhen gleich zwei Zwecke erfüllt.
Spezialschuhe kosten auch rasch mal 250 Franken. Weiter gelingt mit Hochsprungschuhen ein schneller Anlauf "leichtfüssiger"
als mit den etwas schwereren und höher geschnittenen Speerschuhen - insbesondere in der Fussgelenksarbeit
(Nachschlagen) des Zugbeins ist dies schön zu sehen. Da Trainer Fuchser als Anlauf-Fetischist gilt, sind zumindest
meine Mädels besser mit diesen Schuhen beraten.
Nachteile: Andererseits
sind die Speerschuhe fürs Nachschleifen besser gebaut. Hochsprungschuhe gehen ohne zusätzlichen Schutz
im Zehenbereich rascher kaputt. Deshalb diesen Bereich mit Tape o.ä. verstärken. Schwere Werfer oder
betonte Stemmer haben möglicherweise mit Hochsprungschuhen ein Gefühl von weniger Halt. Langsame und
"englische" Werfer sollten deshalb eher bei Speerschuhen bleiben. |
Speerwurf-Schuhe "Adidas Adizero High-Jump" |
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Speerwurf-Schuhe "Adidas Adizero Javelin"
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Rücken - Stützgurte
Bei der Oberkörper-Rotationsbewegung beim Blockieren wirken
je nach Anlauf und Drehtempo recht grosse Kräfte auf den Rücken, der diese Energie teilweise halten muss.
Zum Schutz vor Rückenverletzungen ist die Anschaffung eines Rücken-Stützgurtes zur Verletzungs-Prophylaxe
sicher eine gute Investition. |
Ellbogen-Schutzbandagen
Früher oder später hat fast jeder Speerwerfer mal Schmerzen
im Ellbogen. Zur Vorbeugung leisten Ellbogen-Bandagen gute Dienste. Aber Achtung: nicht mit jeder wirfts sichs
gleich gut. Es gibt Modelle, mit spezieller Klettverschluss-Zusatzbandage, die man noch zusätzlich anziehen
kann. Diese haben sich bei uns teilweise nicht bewährt, da hier oftmals keine spitzwinklige Ellbogen-Arbeit
mehr möglich ist und technisch schlechtere Würfe resultierten.
Neopren-Bandage - zur reinen Prophylaxe
 Wir benützen für
beschwerdefreies Werfen derzeit ein mit 8.-- Franken relativ günstiges Modell namens "bodyshape"
von SportXX (Migros). Dieses besteht eigentlich nur aus einem Neopren-Stoffteil, aber erfüllt seinen Zweck
gut und behindert die Wurfbewegung nicht. |
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EpiPoint Schutz-Bandage - für verletzte Werfer
Wer bereits eine Verletzung im klassisch stark beanspruchten
Bereich des Ellbogens Schmerzen verspürt sollte nebst Trainingsdosierung, Symptombehandlung und Technik-Kontrolle
-wenn schon geworfen werden muss- die wirkungsvollere Stabilortese "EpiPoint" von Bauerfeind tragen,
welche durch Druck auf den betroffenen Muskel des Unterarms durch eine speziell eingearbeitete Pelotte (stoffbezogenes
Gelkissen) eine tolle Schutzwirkung erzielt. Wir haben es im Ortho-Team für 78.-- gekauft. Blöd ist nur,
wenn man Linkshänder ist; die Dinger gibts -glaub ich- nämlich nur als Rechtshänder-Teil.
In noch schlimmeren Fällen kann noch auf die EpiTrain umsteigen - notabene: spätestens wenn EpiPoint
nicht mehr wirkt, sollte wirklich eine Wurfpause eingelegt werden.
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