Sportliche Technik trainieren ist wie Risotto kochen!
Ein befreundeter Trainer aus dem südlichsten Kanton der Schweiz, vergleicht
das Techniktraining in der Leichtathletik sehr treffend mit dem Zubereiten einer lokalen Spezialität, dem
Risotto kochen.
"Du brauchst zwingend fünf Zutaten: Reis, Wasser, Salz, Pfeffer und Gewürze. Wie genau dann
dein Risotto ergänzt und zubereitet wird, so dass er mit den effektiv vor dir liegenden Zutaten am besten
schmeckt, ist aber individuelles Rezept."
Ob mit Safran, mit Meeresfrüchten, mit Ruccola oder mit Pilzen...beim Kochen soll man sich von der Natur leiten
lassen: welches Rezept passt zu dieser Reissorte? Was bringt die Natur in diesem Moment mit auf den Tisch (Saisonale
Zutaten)? So funktionierts auch mit der Technik: was bringt der Athlet an Voraussetzungen, insbesondere was für
Stärken mit? So schneidern wir ihm die Technik zu."
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| Pilz Risotto |
Safran Risotto |
Black Rice Risotto |
Seafood Risotto |
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Heisst: Es gibt verschiedene Technik-Lösungen, um
einen Speer weit zu werfen. Aber DIE Technik gibt es nicht!
Grosse/kleine Werfer, dicke/dünne Werfer, schnelle/langsame Werfer, Kraftprotze/Filigrantechniker...alle können
weit werfen. Und alle werfen etwas anders. Das Ziel einer maximierten Abwurfgeschwindigkeit im richtigen Winkel
abgeworfen haben aber alle gleich.
Die richtige Technik für einen konkreten Athleten ist immer individuell, weil sie abhängig von den körperlichen
Voraussetzungen, den koordinativen Fähigkeiten sowie der technischen Lern-Vorgeschichte ist. Deshalb muss
man die Technik auf den Athleten anpassen - nicht umgekehrt! Insbesondere sollen die individuellen Stärken
zum Zug kommen können. Wer beispielsweise schnelle Beine hat, soll schnell anlaufen. Wer eine besondere Beweglichkeit
hat, soll diese Eigenschaft in seiner eigenen Technik ausnützen, und so weiter.
Folgende Punkte der Technik sind als Rahmenbedingung gegeben (Zutaten), der Rest frei gestaltbar (Rezept)
1) Progressiv zunehmende Vorbeschleunigung bis zum Abwurf
2) Schaffen einer optimalen Zugwegslänge (Armstreckung, individuell optimierte Körperrücklage und
Verwringung)
3) Spannungsaufbau durch ideale Körperpositionierung vor dem Zug
4) Spannungsentfaltung mit Schlagwurfbewegung über die Schulter bei gleichzeitigem Stemmen/Blockieren
5) Treffen des Speers (möglichst wenig Winkel-Differenzen)
Oben genannte Technikpunkte sind eine Ableitung aus den biomechanischen Prinzipien des Speerwerfens*
Prinzip der maximalen Anfangskraft
Um eine möglichst hohe Endgeschwindigkeit zu erreichen,
ist es erforderlich, auf Wurfgeräte/Körper am Anfang des Beschleunigungsvorgangs eine möglichst
große Kraft einwirken zu lassen. Dies lässt sich nur durch Ausholbewegungen erreichen. Bei der Ausholbewegung
entstehen vor dem Abwurf negative Kraftstöße. Die Ausholbewegung muss durch positiv wirkende Kräfte
abgebremst werden, wobei im „Idealfall“ die Größe des Bremskraftstoßes genau der des negativen
Kraftstoßes entspricht. Da aber in der Folge die Bewegung nach Beendigung des Bremskraftstoßes nicht
abgebrochen wird, sondern unmittelbar in die eigentliche Wurfbewegung, den Beschleunigungskraftstoß, übergeht,
beginnt die Abwurfbewegung auf einem höheren Ausgangsniveau. Der Bremskraftstoß addiert sich demnach
zum Kraftstoß der Wurfbewegung, wodurch die maximale Anfangskraft vergrößert wird.
Prinzip des optimalen Beschleunigungswegs
Eine konstante Kraft gibt einer Masse eine Endgeschwindigkeit,
die umso größer ist, je länger die Kraft auf die Masse einwirkt. Die Länge des Beschleunigungswegs
ist demnach ein entscheidendes Kriterium. Aber auch die Form des Beschleunigungswegs ist von Bedeutung. Ein geradliniger
oder stetig gekrümmter Beschleunigungsweg ist am zweckmäßigsten, während wellenförmige
Verläufe für die Endgeschwindigkeit ungünstig sind. Durch Zurückführen des Wurfarms wird
der Beschleunigungsweg in der Länge optimiert. Bei der anschließenden, möglichst geradlinigen Abwurfbewegung
kann der Speer länger beschleunigt werden, woraus eine höhere Endgeschwindigkeit resultiert.
Prinzip der Koordination von Teilimpulsen
Um eine hohen Endgeschwindigkeit eines Körperteils (Schlagbewegung
der Abwurfhand) zu erreichen ist es erforderlich, dass die einzelnen Teilbewegungen zeitliche, räumlich und
hinsichtlich des Krafteinsatzes (dynamisch) optimal aufeinander abgestimmt sind. Beim Speerwurf ist die zeitliche
Verschiebung der Teilbewegungen, also die nacheinander ablaufenden Teilbewegungen (sukzessive Koppelung), charakteristisch.
Die Wurfbewegung beginnt mit dem Anlauf und der Rückführung des Speers, Einsatz des Rumpfes durch die
Einnahme der Bogenspannung (schnelles Vordrücken, beginnend mit der Streckung des hinteren Beins über
Hüfte und Brust gegen das vordere Bein), setzte sich in den Schultergürtel fort und nimmt ihren weiteren
Verlauf über Ober-, Unterarm, Hand und Finger. Durch die zeitliche Verschiebung der Teilbewegungen ist es
möglich, die nachfolgend eingesetzten Muskelgruppen jeweils vorzudehnen. Jeder Teilimpuls addiert sich auf
und trägt zur Vergrößerung der Endgeschwindigkeit bei. Dies setzt aber voraus, dass die einzelnen
Teilphasen ohne zeitliche Verzögerungen ineinander übergehen (Bewegungsfluss).
* Quelle: www.philippinum-weilburg.de
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